Für manche ist ein Museum mit Gemäldegalerie meist eine eher trockene Angelegeheit. Wenn man aber selbst malt, ist eine Gemäldemuseum sicher ein sehr interessanter Besuchsort. Man sieht die Originale der großen Meister in Natura und ist oft erstaunt das diese ganz anders wirken als im Kunstddruck oder anderen Medien.
Manche Gemälde erscheinen im Original enttäuschend andere wiederum überwältigen einen durch ihre Aussage- und Strahlkraft. Ich denke kein Medium kann den Eindruck eines Originalgemäldes zu 100% ersetzen. Nur im Original sieht man die Details und wie exakt manche alte Meister gemalt haben. Wer schon einmal den Feldhasen von Albrecht Dürer im Original gesehen hat wird erstaunt sein wie detailliert die Haare vor etwa 500 Jahren mit Aquarellfarben gemalt wurde. So detailliert das selbst heute kaum ein Foto an diese Realität heran kommt!

Ich gehe nicht oft in Museen. Aber wenn doch, dann verbringe ich dort viele Stunden. Es ist für mich immer wieder erstaunlich wie ein Maler und Künstler seinen Pinsel bzw. seine Farbe aufgetragen hat. An manchen Bildern läßt sich so auch der Maltechnik erahnen. Da ich nicht so regelmäßig meine Freizeit in Museen verbringe habe ich hier nur eine kleine Auswahl der bisher von mir besuchten Galerien aufgeführt. Meine absolute Lieblingsstadt für Gemälde fast jeder Epoche ist Wien.
Gemälde-Museen in Deutschland
Kunstmuseum Stuttgart
Das Kunstmuseum Stuttgart ist eines der markantesten Wahrzeichen der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Der 2005 eröffnete Neubau besticht durch seine Architektur: Ein 26 Meter hoher, transparenter Glaskubus umschließt einen steinernen Kern und bietet Besuchern im obersten Stockwerk einen spektakulären Panoramablick über den Schlossplatz.
Im Inneren beherbergt das Museum auf über 5.000 m² eine beeindruckende Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst. Das unangefochtene Glanzstück ist die weltweit bedeutendste Sammlung von Werken des Künstlers Otto Dix, darunter das berühmte Triptychon „Großstadt“. Weitere Schwerpunkte bilden Arbeiten von bedeutenden Künstlern wie Willi Baumeister und Adolf Hölzel.
Neben der ständigen Sammlung ziehen wechselnde Sonderausstellungen internationales Publikum an. Ein besonderes architektonisches Detail ist die Nutzung ehemaliger Verkehrstunnel für die Ausstellungsflächen, was eine einzigartige Atmosphäre schafft. Das Museum fungiert heute als lebendiger Ort der Begegnung und als kulturelles Herzstück der Stuttgarter Innenstadt.
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Staatsgalerie Stuttgart
Die Staatsgalerie Stuttgart zählt zu den bedeutendsten Kunstmuseen Deutschlands und ist ein architektonisches wie kulturelles Aushängeschild Baden-Württembergs. Das Museum besticht durch das spannungsreiche Zusammenspiel zweier Epochen: Die klassizistische Alte Staatsgalerie (1843) beherbergt Werke vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert, während die Neue Staatsgalerie des Architekten James Stirling als Ikone der Postmoderne gilt. Ihr farbenfrohes Design und die markante Rotunde machten den Bau 1984 weltweit berühmt.
Die Sammlung umfasst Meisterwerke europäischer Kunst, wobei der Schwerpunkt auf der Klassischen Moderne liegt. Zu den absoluten Highlights gehören die weltweit größte Auswahl an Werken von Oskar Schlemmer, darunter die „Figurinen zum Triadischen Ballett“, sowie bedeutende Arbeiten von Pablo Picasso und ein eigener Raum für Joseph Beuys.
Als lebendiger Kulturstandort ergänzt die Staatsgalerie ihr Angebot durch hochkarätige Sonderausstellungen und nutzt seit 2024 auch das nahegelegene Kunstgebäude am Schlossplatz als zusätzliche Fläche.
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Alte Pinakothek München
Die Alte Pinakothek in München zählt zu den bedeutendsten Gemäldegalerien der Welt. König Ludwig I. von Bayern beauftragte den Architekten Leo von Klenze mit dem Bau, der bei seiner Eröffnung 1836 als modernster und größter Museumsbau seiner Zeit galt. Heute besticht das Gebäude durch den sichtbaren Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg: Der Architekt Hans Döllgast ersetzte zerstörte Fassadenteile durch unverputzte Ziegel, um die „Wunden“ des Krieges als Mahnmal zu erhalten.
Die Sammlung umfasst über 700 Meisterwerke der europäischen Malerei vom 14. bis zum 18. Jahrhundert. Zu den absoluten Höhepunkten gehören Albrecht Dürers „Selbstbildnis im Pelzrock“, Leonardo da Vincis „Madonna mit der Nelke“ und die monumentalen Werke von Peter Paul Rubens im zentralen Rubens-Saal.
Aufgrund der aktuellen Sanierung der Neuen Pinakothek sind derzeit zudem ausgewählte Hauptwerke des 19. Jahrhunderts, wie etwa von Vincent van Gogh, im Erdgeschoss der Alten Pinakothek zu sehen.
Link zur Alten Pinakothek München
Neue Pinakothek München
Die Neue Pinakothek in München ist ein weltweit renommiertes Zentrum für die Kunst des 19. Jahrhunderts. Gegründet von König Ludwig I., war sie 1853 das erste Museum in Europa, das ausschließlich zeitgenössischer Kunst gewidmet war. Das ursprüngliche Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört; der heutige Bau des Architekten Alexander von Branca wurde 1981 eröffnet. Er besticht durch seine postmoderne Architektur, die Granitfassaden mit Rundbögen und modernen Stilelementen kombiniert.
Die Sammlung umfasst etwa 400 Werke des Klassizismus, der Romantik, des Impressionismus und des frühen Jugendstils. Zu den berühmtesten Exponaten zählen Vincent van Goghs „Sonnenblumen“, Carl Spitzwegs „Der arme Poet“ sowie Meisterwerke von Caspar David Friedrich, Édouard Manet und Claude Monet.
Wichtiger Hinweis für Besucher: Das Hauptgebäude ist aufgrund umfassender Sanierungsarbeiten voraussichtlich bis 2029 geschlossen. Eine Auswahl der bedeutendsten Meisterwerke wird derzeit im Erdgeschoss der Alten Pinakothek und in der Sammlung Schack ausgestellt.
Link zur Neuen Pinakothek München
Gemälde-Museen in Österreich
Akademie der bildenden Künste in Wien
Die Akademie der bildenden Künste Wien am Schillerplatz ist eine der ältesten und renommiertesten Kunsthochschulen Europas. Gegründet im Jahr 1692, blickt sie auf eine über 300-jährige Geschichte zurück. Das beeindruckende Hauptgebäude im Stil der Neorenaissance wurde zwischen 1872 und 1876 vom Stararchitekten der Wiener Ringstraße, Theophil Hansen, errichtet und dient bis heute als lebendiger Ort der Lehre und Kunst.
Über die Grenzen Wiens hinaus bekannt ist die Akademie für ihre herausragenden Kunstsammlungen. Das Herzstück der Gemäldegalerie ist das weltberühmte „Weltgerichtstriptychon“ von Hieronymus Bosch. Zudem beherbergt sie bedeutende Werke von Peter Paul Rubens, Rembrandt und Lucas Cranach d. Ä. Ein weiteres Juwel ist das Kupferstichkabinett, eine der wichtigsten Grafiksammlungen Österreichs.
Nach einer umfassenden Generalsanierung (bis 2021) erstrahlt das Gebäude – inklusive der prachtvollen Aula mit Deckengemälden von Anselm Feuerbach – in neuem Glanz und verbindet historische Pracht mit modernem Universitätsbetrieb.
Link zur Akademie der bildenden Künste in Wien
Albertina in Wien
Die Albertina in Wien zählt zu den bedeutendsten Kunstmuseen der Welt und thront auf einer der letzten Basteien der Wiener Stadtmauer. Das ehemalige Wohnpalais der Habsburger vereint imperiales Flair mit erstklassiger Kunst. Der Name geht auf den Gründer Herzog Albert von Sachsen-Teschen zurück, der 1776 den Grundstein für eine der umfangreichsten grafischen Sammlungen weltweit legte.
Zu den kostbarsten Schätzen gehört die Grafische Sammlung mit über einer Million Werken, darunter Meisterwerke wie Albrecht Dürers „Feldhase“ und seine „Betenden Hände“. Die permanente Ausstellung „Monet bis Picasso“ präsentiert zudem die hochkarätige Sammlung Batliner, die einen lückenlosen Überblick über die Klassische Moderne bietet – vom französischen Impressionismus bis zur russischen Avantgarde.
Neben der Kunst können Besucher die prachtvoll restaurierten Habsburger Prunkräume besichtigen, die Einblicke in die aristokratische Wohnkultur des 19. Jahrhunderts gewähren. Mit der 2020 eröffneten Albertina Modern am Karlsplatz verfügt das Museum zudem über einen zweiten Standort für zeitgenössische Kunst.
Kunsthistorisches Museum in Wien
Das Kunsthistorische Museum (KHM) in Wien ist eines der bedeutendsten Museen der Welt und ein beeindruckendes Zeugnis habsburgischer Sammelleidenschaft. Das 1891 eröffnete Gebäude am Maria-Theresien-Platz wurde von den Architekten Gottfried Semper und Karl von Hasenauer im Stil der italienischen Renaissance als Teil des Kaiserforums errichtet.
Im Inneren erwartet Besucher ein prachtvolles Gesamtkunstwerk: Das monumentale Stiegenhaus beeindruckt mit Deckenbildern von Gustav Klimt. Die weltberühmte Gemäldegalerie beherbergt Meisterwerke von Tizian, Rubens und Vermeer sowie die weltweit größte Sammlung von Pieter Bruegel d. Ä., darunter der „Turmbau zu Babel“.
Ein weiteres Juwel ist die Kunstkammer Wien, die kostbare Exponate der Renaissance und des Barock zeigt, allen voran die legendäre Saliera von Benvenuto Cellini. Mit weiteren Abteilungen wie der Ägyptisch-Orientalischen Sammlung und dem Münzkabinett bietet das KHM eine faszinierende Reise durch 5.000 Jahre Menschheitsgeschichte in einem der prächtigsten Interieurs der Wiener Ringstraße.
Link zum Kunsthistorischen Museum in Wien
Leopold Museum in Wien
Das Leopold Museum im Wiener MuseumsQuartier ist das meistbesuchte Haus des Areals und ein Zentrum der österreichischen Moderne. Der markante, lichtdurchflutete Quader aus weißem Muschelkalk wurde 2001 eröffnet und beherbergt die einstige Privatsammlung des Augenarztes Rudolf Leopold.
Das Museum ist weltberühmt für die umfangreichste Sammlung an Werken von Egon Schiele. Neben den radikalen Arbeiten des Expressionisten bilden Meisterwerke von Gustav Klimt, wie das monumentale Gemälde „Tod und Leben“, sowie Arbeiten von Oskar Kokoschka und Richard Gerstl weitere Schwerpunkte. Die Dauerausstellung „Wien 1900“ vermittelt zudem einen tiefen Einblick in das Kunsthandwerk der Wiener Werkstätte und das Design jener Epoche.
Ein Highlight der Architektur ist das große Panoramafenster im obersten Stockwerk, das einen weiten Blick über den Maria-Theresien-Platz und die Hofburg bietet. Gekrönt wird das Gebäude durch die „MQ Libelle“, eine öffentlich zugängliche Dachterrasse, die als spektakulärer Aussichtspunkt über die Stadt dient.
Link zum Leopold Museum in Wien
Gemälde-Museen in Spanien
Museo del Prado in Madrid
Das Museo del Prado in Madrid ist eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt und das Herzstück des spanischen Kulturerbes. Der beeindruckende neoklassizistische Bau wurde 1785 von Juan de Villanueva entworfen und 1819 unter König Ferdinand VII. als königliches Museum eröffnet.
Die Sammlung basiert auf den einstigen Schätzen der spanischen Monarchen und umfasst heute über 8.000 Gemälde. Weltberühmt ist der Prado vor allem für die weltweit größte Sammlung spanischer Malerei, allen voran die Meisterwerke von Diego Velázquez (darunter „Las Meninas“) und Francisco de Goya, dessen „Schwarze Gemälde“ eine düstere Faszination ausüben.
Zudem beherbergt das Museum herausragende Bestände flämischer und italienischer Kunst, wie Hieronymus Boschs rätselhaften „Garten der Lüste“ oder Werke von Tizian, Rubens und El Greco. Gemeinsam mit dem Museo Reina Sofía und dem Thyssen-Bornemisza bildet der Prado das „Goldene Kunstdreieck“ Madrids, das seit 2021 zum UNESCO-Welterbe zählt.
