Aquarellmalerei: Grundlagen, Techniken und Geschichte

Aquarellmalerei fasziniert seit Jahrhunderten. Wenige Farben. Viel Wasser. Ein Papier. Und trotzdem entstehen daraus die zartesten und lebendigsten Bilder der Kunstgeschichte. Dieser Artikel führt dich in die Welt der Aquarellmalerei ein. Du lernst die Grundlagen. Die Techniken. Die Geschichte. Und du bekommst konkrete Wege wie du selbst anfangen kannst. Von den Materialien bis zu den ersten Bildern. Der Beitrag ist der große Übersichtsartikel zum Thema. Für die Details verlinke ich dich immer wieder auf meine tiefergehenden Texte.

Aquarellmalerei
Aquarellmalerei

Was Aquarellmalerei ist

Aquarellmalerei ist eine Maltechnik mit wasserlöslichen Farben. Der Name stammt vom lateinischen aqua für Wasser. Alles dreht sich um dieses eine Element. Ohne Wasser keine Aquarellmalerei.

Aquarellfarben bestehen aus feinsten Pigmenten und einem wasserlöslichen Bindemittel. Meistens ist das Bindemittel Gummi arabicum. Es kommt aus dem harzigen Saft der Akazie. Wenn du Wasser dazugibst löst sich das Bindemittel auf. Die Pigmente werden beweglich. Der Pinsel trägt sie aufs Papier. Nach dem Trocknen hält das Bindemittel die Pigmente wieder fest.

Der große Unterschied zu anderen Techniken. Aquarellfarben sind transparent. Ölfarben und Acrylfarben sind deckend. Gouachefarben sind halbdeckend. Das Aquarell lebt vom weißen Papier das durch die dünne Farbschicht scheint. Diese Transparenz gibt jedem Aquarell seine typische Leichtigkeit.

Ein weiterer Unterschied. Aquarellmalerei ist die geduldigste aller Techniken. Jede Schicht muss trocknen. Erst dann geht es weiter. Wer das nicht mag ist bei Öl oder Acryl besser aufgehoben.

Mehr zum Vergleich mit dem klassischen Schulmalkasten findest du in meinem Beitrag Wasserfarben malen.

Die Geschichte der Aquarellmalerei

Aquarellfarben sind uralt. Schon in ägyptischen Grabkammern finden sich Zeichnungen mit wasserlöslichen Farben. Auch in der mittelalterlichen Buchmalerei wurde mit Aquarell gearbeitet. Als eigenständige Kunstform entwickelte sich die Aquarellmalerei aber erst später.

Ein wichtiger Wendepunkt war Albrecht Dürer (1471 bis 1528). Sein Feldhase von 1502 und sein Rasenstück von 1503 gelten als frühe Meisterwerke der reinen Aquarellmalerei. Dürer nutzte Aquarell schon nicht mehr nur als Vorstudie sondern als eigenständiges Werk.

Zwei Jahrhunderte später kam der große Aufschwung. Vor allem in England. William Turner (1775 bis 1851) revolutionierte die Aquarellmalerei mit seinen Landschaften und Seestücken. Er nutzte die Farbe wie kein anderer als Träger von Licht und Stimmung. Bis heute sind seine Aquarelle Vorbilder für Landschaftsmaler weltweit.

Im 19. Jahrhundert entstanden in England die ersten Aquarellgesellschaften. Sie machten Aquarellmalerei salonfähig und akademisch anerkannt. In Deutschland und Frankreich blieb die Öl- und Akademiemalerei aber lange dominant. Aquarell galt als kleiner Bruder.

Erst mit der Moderne wurde das Aquarell in Kontinentaleuropa wieder ernst genommen. Paul Cézanne (1839 bis 1906) schuf in seinen späten Jahren viele reine Aquarelle. Emil Nolde (1867 bis 1956) malte während seines Malverbots in den 1940er Jahren Tausende kleiner Aquarelle die er selbst die ungemalten Bilder nannte. Paul Klee (1879 bis 1940) kombinierte oft Aquarell mit Zeichnung und schuf so seinen unverwechselbaren Stil.

Heute ist Aquarellmalerei eine der beliebtesten Hobby- und Kunstformen weltweit. Weitere berühmte Aquarellmaler.

Was Aquarellmalerei so besonders macht

Drei Eigenschaften unterscheiden Aquarell von jeder anderen Maltechnik. Wenn du diese verstehst weißt du warum das Ergebnis so anders aussieht.

Die Transparenz. Aquarellfarben lassen den weißen Untergrund durchscheinen. Jede Schicht bleibt teilweise durchsichtig. Übereinander gemalte Schichten mischen sich optisch im Auge des Betrachters. Das ergibt eine besondere Tiefe die man bei Öl oder Acryl nicht bekommt.

Das Wasser als aktives Element. Bei Öl oder Acryl entscheidest allein du wo die Farbe hingeht. Beim Aquarell entscheidet das Wasser mit. Farben laufen ineinander. Verläufe entstehen fast von selbst. Ränder werden weich. Diese kleinen Zufälle sind kein Fehler. Sie sind das eigentliche Ergebnis.

Das Papier als Weiß. Aquarellfarben enthalten meistens kein Weiß. Wenn du einen Höhepunkt oder eine helle Wolke brauchst lässt du das Papier einfach frei. Das Weiß im Bild ist immer das Papier selbst. Diese Regel prägt die ganze Denkweise beim Aquarellieren. Du musst immer vom Hellen zum Dunklen arbeiten. Nie andersrum.

Diese drei Eigenschaften machen Aquarellmalerei zu einer der schönsten und zugleich anspruchsvollsten Techniken.

Die wichtigsten Materialien im Überblick

Aquarellmalerei kommt mit wenig Material aus. Vier Dinge brauchst du wirklich.

Die Farben. Es gibt Aquarellfarben als Näpfchen in Kästen und als Farbtuben. Für den Anfang reicht ein solider Studienkasten mit 12 bis 24 Farben. Bekannte Marken sind Schmincke Van Gogh Winsor und Newton oder Daniel Smith. Wenn du lieber mit Stiften startest schau in meinen Beitrag Aquarellstifte malen.

Das Papier. Der wichtigste Kauf. Nimm mindestens 200 Gramm pro Quadratmeter. Besser 300 Gramm. Ein Papier mit Baumwollanteil ist die Königsklasse. Es saugt gleichmäßig und lässt dir Zeit beim Arbeiten. Dünnes Papier wellt sich sofort und ergibt Frust.

Die Pinsel. Ein dünner Rundpinsel in Größe 4 und ein mittlerer in Größe 8 reichen für den Anfang. Kunsthaar tut es. Echthaar ist für Fortgeschrittene. Zusätzlich hilft ein breiter Flachpinsel für Waschtechniken bei größeren Flächen.

Das Wasser. Zwei Gläser sind besser als eines. Eines zum groben Auswaschen. Eines für die saubere Farbaufnahme. Klares Wasser gibt klare Farben. Trübes Wasser gibt trübe Farben. Ganz einfach.

Weitere Kleinigkeiten helfen. Ein weißer Radiergummi. Ein harter Bleistift zum Vorzeichnen. Ein Küchentuch. Kreppband zum Fixieren des Papiers. Das war es schon.

Die sechs grundlegenden Techniken der Aquarellmalerei

Sechs Grundtechniken decken fast jedes Aquarell ab. Wer diese kennt kann fast jedes Motiv umsetzen.

Nass in nass. Das Papier wird zuerst mit klarem Wasser angefeuchtet. Dann setzt du Farbe auf die feuchte Fläche. Die Farbe verläuft weich und ergibt sanfte Übergänge. Perfekt für Himmel Nebel und weiche Hintergründe.

Nass auf trocken. Die Farbe kommt auf ein trockenes Papier. Der Strich bleibt an Ort und Stelle. Die Ränder sind klar und definiert. Perfekt für Details Konturen und feine Strukturen.

Lasieren. Mehrere transparente Farbschichten werden nacheinander aufgetragen. Jede Schicht muss vor der nächsten komplett trocknen. Durch das Übereinanderlegen entstehen tiefe Farbtöne. Perfekt für Schatten Volumen und komplexe Motive.

Trockenpinsel. Ein fast trockener Pinsel mit dicker Farbe wird über trockenes Papier gezogen. Es entsteht eine strukturierte Oberfläche mit vielen kleinen weißen Lücken. Perfekt für Baumrinde raue Felsen oder Fell.

Salztechnik. Auf eine noch feuchte Farbfläche wird grobes Salz gestreut. Das Salz saugt die Farbe an sich. Es entstehen kleine sternartige Muster. Nach dem Trocknen wischst du das Salz einfach ab. Perfekt für Schnee Sternenhimmel oder magische Effekte.

Auswaschen. Mit einem sauberen feuchten Pinsel wird schon getrocknete Farbe wieder abgetragen. So bekommst du helle Stellen zurück. Perfekt für Korrekturen oder für gezielte Lichthöhepunkte in einem dunklen Bild.

Wenn du diese sechs Techniken nacheinander übst hast du das Handwerk in wenigen Wochen drauf. Mehr Praxis findest du in meinem Beitrag Malen mit Wasserfarben. Wer sich langsam an das Wasser gewöhnen will kann auch mit Malen mit Aquarellstiften starten. Das ist ein sanfter Zwischenschritt zwischen Buntstift und Aquarellfarbe.

Der typische Ablauf eines Aquarellbildes

Fast jedes Aquarell folgt dem gleichen Ablauf. Wenn du diesen Ablauf einmal verinnerlicht hast wird jedes Bild besser.

Schritt 1. Skizze. Zuerst kommt eine feine Bleistiftzeichnung. Nur die Grundformen. Kein starker Druck. Mit einem harten Bleistift wie HB oder H.

Schritt 2. Papier anfeuchten. Bei nass in nass Techniken feuchtest du die Fläche mit klarem Wasser an. Bei rein trockenen Techniken lässt du sie unbehandelt.

Schritt 3. Erste helle Farbschicht. Die hellsten Töne kommen zuerst. Bei einem Sonnenuntergangshimmel zum Beispiel Gelb. Bei einer Landschaft die zarten Grundfarben.

Schritt 4. Trocknungspause. Fünf bis fünfzehn Minuten je nach Wassermenge. Ein Föhn auf niedriger Stufe hilft.

Schritt 5. Mittlere Farbschicht. Jetzt kommen die kräftigeren Töne. Noch nicht die dunkelsten. Immer schön von hell zu mittel.

Schritt 6. Wieder eine Pause. Trockenzeit ist Pflicht.

Schritt 7. Details und dunkelste Töne. Am Ende kommen die feinen Konturen und die tiefsten Schatten. Silhouetten von Bäumen. Augen bei Tieren. Fensterrahmen bei Häusern.

Schritt 8. Feinschliff. Auswaschen wenn nötig. Salzreste entfernen. Alles komplett trocknen lassen. Fertig ist dein Aquarell.

Aquarellmalerei für verschiedene Zielgruppen

Aquarellmalerei passt zu fast jedem. Aber der Einstieg unterscheidet sich je nachdem wer du bist.

Anfänger. Der Klassiker. Kein Vorwissen nötig. Ein günstiger Kasten und ein Aquarellblock reichen. Wichtig ist ein guter Grundlagenartikel als Startpunkt. Schau in meinen Beitrag Aquarell malen für Anfänger. Dort erkläre ich alles Schritt für Schritt.

Kinder. Aquarellmalerei ist ein wunderbarer Zugang zur Kreativität. Für Kinder eignen sich Deckfarbenkästen mit robusten Näpfchen. Marken wie Pelikan oder Faber-Castell haben spezielle Kinderprogramme. Der Fokus liegt auf Spaß nicht auf perfekten Bildern.

Fortgeschrittene. Wer schon zwei bis drei Jahre malt sollte in die Studienqualität wechseln. Bessere Pigmente. Bessere Papiere. Feinere Pinsel. Auf einmal wird das Ergebnis viel besser. Die Motivation steigt. Und die Motive werden anspruchsvoller.

Profis. Für alle die mit Aquarell Geld verdienen wollen. Ob als Illustratorin für Kinderbücher als Galerie-Künstler oder als Kurs-Lehrer. Hier zählt die Künstlerqualität. Marken wie Schmincke Horadam oder Winsor und Newton Professional gehören zur Grundausstattung. Dazu Cotton-Papier von Arches oder Hahnemühle.

Für jede Gruppe gilt. Die Ausrüstung ist wichtig aber nicht alles. Fleiß und Regelmäßigkeit schlagen jedes teure Material. Wer täglich zehn Minuten malt wird nach einem Jahr besser sein als jemand mit dem teuersten Kasten aber ohne Übung.

Berühmte Aquarellkünstler und was du von ihnen lernen kannst

Fünf große Namen prägen die Aquarellmalerei. Wenn du dich mit ihren Werken auseinandersetzt lernst du automatisch was gutes Aquarell ausmacht.

Albrecht Dürer (1471 bis 1528). Der Meister der frühen Beobachtungsstudie. Sein Feldhase und sein Rasenstück zeigen wie wichtig genaues Hinschauen ist. Was du lernen kannst. Nimm dir Zeit für das Motiv. Ein einziges Blatt kann ein ganzes Bild wert sein.

William Turner (1775 bis 1851). Der große englische Landschaftsmaler. Seine Aquarelle zeigen atemberaubende Lichtstimmungen über Meer und Landschaft. Was du lernen kannst. Lass Licht und Farbe wichtiger werden als exakte Formen. Ein Sonnenuntergang lebt vom Verlauf nicht vom Detail.

Paul Cézanne (1839 bis 1906). Wichtiger Wegbereiter der modernen Aquarelltechnik. Er ließ oft weite Flächen des Papiers unbemalt und suggerierte Formen nur mit wenigen Farbtupfern. Was du lernen kannst. Weniger ist oft mehr. Ein Bild darf viele weiße Stellen haben.

Emil Nolde (1867 bis 1956). Der deutsche Expressionist mit einem intensiven Farbgefühl. Seine Aquarelle glühen in starken Kontrasten. Während seines Malverbots im Dritten Reich schuf er die berühmten ungemalten Bilder. Was du lernen kannst. Trau dich starke satte Farben. Blass ist selten spannend.

Paul Klee (1879 bis 1940). Der Kombinierer aus Zeichnung und Aquarell. Seine Werke sind Poesie in Farbe. Er nutzte oft Aquarell als Basis und setzte darüber feine Linien mit Tusche. Was du lernen kannst. Aquarellmalerei muss nicht rein sein. Kombiniere mutig mit anderen Techniken.

Aquarellmalerei heute

Die Aquarellmalerei erlebt seit einigen Jahren ein Comeback. Vor allem im Bereich Hobby und Illustration. Drei moderne Strömungen sind besonders bekannt.

Loose Watercolor. Ein sehr lockerer Stil mit vielen weichen Verläufen und minimaler Detailtreue. Formen entstehen aus Farbflecken. Der Betrachter ergänzt den Rest im Kopf. Sehr beliebt auf Instagram und in Skizzenbüchern. Der Stil verzeiht Unregelmäßigkeiten und wirkt trotzdem professionell.

Botanical Watercolor. Die klassische wissenschaftliche Pflanzendarstellung. Blätter Blüten und Früchte werden fast fotorealistisch gemalt. Jedes Detail zählt. Diese Richtung hat lange Tradition und wird heute noch von vielen Kunstschulen gelehrt. Auch heute werden botanische Aquarelle für Bücher und wissenschaftliche Publikationen genutzt.

Urban Sketching. Das schnelle Zeichnen und Aquarellieren draußen in der Stadt. Cafés Straßen Passanten Häuser. Alles wird direkt vor Ort festgehalten. Meist mit einer Kombination aus Fineliner und Aquarell. Die Bewegung entstand 2007 in Seattle rund um den Journalisten Gabriel Campanario. Heute hat sie weltweit eine große Community.

Alle drei Richtungen sind auch für Einsteiger zugänglich. Wähle den Stil der dich am meisten anspricht. Und arbeite dich dann tiefer hinein.

Aquarellmalerei erlernen

Es gibt drei Wege in die Aquarellmalerei einzusteigen. Jeder hat Vor- und Nachteile.

Selbststudium. Der günstigste Weg. Du brauchst nur Grundausstattung und ein Skizzenbuch. Bücher und Online-Ressourcen sind reichlich vorhanden. Der Vorteil. Du bestimmst Tempo und Themen selbst. Der Nachteil. Ohne Feedback bleiben Fehler oft lange unentdeckt.

Bücher. Der klassische Weg. Ein gutes Grundlagenbuch führt Schritt für Schritt durch die Techniken. Achte auf Bücher mit vielen Beispielbildern und klaren Anleitungen. Der Vorteil. Klare Struktur zum eigenen Nachschlagen. Der Nachteil. Ein Buch kann keine Rückfragen beantworten.

Kurse. Der schnellste Weg zum Fortschritt. Entweder in einer Volkshochschule vor Ort oder online über Plattformen wie Skillshare oder Domestika. Der Vorteil. Direkte Anleitung und persönliches Feedback. Der Nachteil. Kostet Geld. Und ein guter Kurs findet nicht immer sofort statt.

Mein Rat. Fang mit dem Selbststudium und einem guten Grundlagenartikel wie meinem Beitrag Aquarell malen lernen an. Nach ein paar Monaten kannst du einen Kurs buchen um deine Techniken zu verfeinern. So sparst du Geld und behältst die Freude.

Häufige Missverständnisse über Aquarellmalerei

Vier hartnäckige Vorurteile halten viele Menschen davon ab überhaupt anzufangen. Alle vier lassen sich schnell klären.

Missverständnis 1. Aquarell ist nur für Anfänger. Das Gegenteil ist wahr. Aquarellmalerei gehört zu den anspruchsvollsten Techniken überhaupt. Sie verzeiht wenig. Sie erfordert Planung. Sie braucht Übung. Große Meister von Turner bis Cézanne haben ihr Leben damit verbracht.

Missverständnis 2. Aquarell verzeiht keine Fehler. Stimmt nur teilweise. Es gibt Rettungswege. Auswaschen mit sauberem Wasser. Übermalen mit dichterer Farbe. Kaschieren mit einem weißen Gelstift. Kein Aquarell ist wirklich verloren.

Missverständnis 3. Für Aquarell muss man zeichnen können. Falsch. Viele Motive brauchen keine genaue Zeichnung. Blumen Berge Sonnenuntergänge oder abstrakte Farbverläufe kommen ohne exakte Linien aus. Auch wer nie zeichnen gelernt hat kann schöne Aquarelle malen.

Missverständnis 4. Gute Aquarellfarben sind zu teuer. Nicht mehr. Ein solider Studienkasten kostet heute etwa 30 bis 60 Euro. Das ist weniger als eine Kinokarte pro Farbe. Und der Kasten hält viele Jahre.

Rahmung und Aufbewahrung deiner Aquarelle

Ein Aquarell ist erst fertig wenn es geschützt ist. Papier ist empfindlich. Licht und Feuchte greifen die Farben mit der Zeit an.

Rahmen mit Passepartout und Glas. Aquarelle brauchen immer einen Abstand zum Glas. Sonst kann das Papier am Glas kleben. Ein Passepartout aus säurefreier Pappe schafft diesen Abstand. Und es hebt das Bild optisch heraus. UV-Schutzglas verhindert das Ausbleichen der Farben. Für wertvolle Werke lohnt sich die Investition.

Aufbewahrung ohne Rahmen. Nicht gerahmte Aquarelle liegen flach in einer Mappe. Zwischen jedem Bild liegt ein Blatt Seidenpapier. Kein Kunststoff. Kunststoff bindet Feuchtigkeit und begünstigt Schimmel. Die Mappe steht senkrecht in einem trockenen Schrank. Kein Keller. Kein Dachboden.

Licht und Standort. Direkte Sonne bleicht jedes Aquarell in wenigen Jahren aus. Auch gute Farben sind nicht unendlich lichtecht. Häng dein Lieblingsbild nie gegenüber einem Südfenster. Ein Nordfenster oder eine Wand ohne direkte Sonne ist ideal.

Fixieren nicht nötig. Aquarellfarben brauchen kein Fixativ. Das Bindemittel Gummi arabicum hält die Pigmente ohnehin fest. Ein Fixativ würde die Transparenz sogar verändern. Also einfach Finger weg vom Sprühlack.

Häufige Fragen zur Aquarellmalerei

Was ist der Unterschied zwischen Aquarell und Wasserfarbe?

Wasserfarbe ist ein Oberbegriff. Er umfasst alle Farben die mit Wasser verdünnt werden. Aquarellfarben Deckfarben und Gouachefarben. Aquarellfarben sind hoch pigmentiert und transparent. Deckfarben aus dem Schulmalkasten sind halbdeckend und enthalten Füllstoffe. Ausführlich vergleiche ich beides in meinem Beitrag Wasserfarben malen.

Ist Aquarellmalerei schwierig zu lernen?

Der Einstieg ist einfach. Die Meisterschaft dauert Jahre. Für erste zeigbare Ergebnisse reicht ein Nachmittag mit einer Anleitung. Für richtig gute Bilder rechne mit zwei bis drei Jahren regelmäßigem Üben.

Wie lange braucht man um Aquarellmalerei zu lernen?

Grundtechniken lernst du in wenigen Wochen. Ein solides Handwerk in einem Jahr. Eigenen Stil und wirklich gute Bilder oft erst nach drei bis fünf Jahren. Wer täglich zehn Minuten malt wird viel schneller besser als wer einmal im Monat drei Stunden vor sich hin malt.

Welche Aquarellfarben sind die besten?

Für Anfänger die Studienserien wie Van Gogh oder Cotman. Für Fortgeschrittene die Künstlerserien Schmincke Horadam Winsor und Newton Professional oder Sennelier. Marke ist wichtiger als Preis. Nimm keine namenlosen Farben aus dem Discounter. Die frusten schnell.

Kann ich Aquarellmalerei ohne Zeichenkenntnisse lernen?

Ja. Viele Motive brauchen keine genaue Vorzeichnung. Für den Anfang helfen fertige Vorlagen als Sicherheitsnetz. Schau in meine Sammlung Aquarell malen Vorlagen. Dort findest du 10 kostenlose Motive zum Nachmalen.

Welches Papier ist das beste für Aquarell? 

Ein Baumwollpapier mit 300 Gramm pro Quadratmeter. Bekannte Marken sind Arches Hahnemühle oder Saunders Waterford. Zellulose-Papier ist eine günstigere Alternative und für den Anfang völlig ok.

Wie oft sollte ich üben um besser zu werden?

Am besten täglich. Auch nur zehn Minuten reichen. Regelmäßigkeit schlägt Länge. Ein kleines Skizzenbuch neben dem Sofa erinnert dich jeden Abend. Wer täglich malt macht in einem Monat mehr Fortschritt als wer einmal die Woche zwei Stunden ansetzt.

Woher bekomme ich Motivideen fürs Aquarell?

Aus deinem Alltag. Aus deinen Fotos. Und aus Sammlungen wie meinem Beitrag Aquarell malen Ideen. Dort findest du über 40 Motivvorschläge nach Themen sortiert.

Dein Einstieg in die Aquarellmalerei

Du hast jetzt einen kompletten Überblick über die Aquarellmalerei. Von den Grundlagen bis zu den großen Meistern. Von den Techniken bis zu den modernen Stilen.

Wenn du jetzt anfangen willst gib dir einen kleinen Anschub. Schau in meinen Beitrag Aquarell malen für Anfänger. Dort führe ich dich mit ganz konkreten Schritten durch dein erstes eigenes Bild.

Und wenn du Motive suchst greif zu meinen kostenlosen Vorlagen unter Aquarell malen Vorlagen. Zehn fertige PDFs. Alle kostenlos. Alle für Anfänger geeignet.

Aquarellmalerei ist eine der schönsten und geduldigsten Kunstformen. Fang heute an. In einem Jahr wirst du dankbar sein.

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