Aquarellbild

Ein Aquarellbild wirkt besonders. Es hat eine Leichtigkeit die keine andere Maltechnik erreicht. Das transparente Wasser trägt Pigmente aufs Papier. Und schafft Bilder von zarter Tiefe. Ob du selbst Aquarellbilder malen willst. Ob du eines kaufen möchtest. Oder ob du einfach nur wissen willst was ein gutes Werk ausmacht. Dieser Ratgeber gibt dir alle Antworten. Klar strukturiert. Ohne Fachchinesisch. Am Ende weißt du woran du ein echtes Aquarellbild erkennst. Wie du eines richtig rahmst und pflegst. Und wo du hochwertige Werke findest.

Berglandschaft mit reflektierendem See
Aquarellbild

Was ist ein Aquarellbild

Ein Aquarellbild ist ein Kunstwerk aus wasserlöslichen Farben auf saugfähigem Papier. Der Name stammt vom lateinischen aqua für Wasser. Das Wasser ist das eigentliche Werkzeug. Farbe kommt erst danach. Aquarellfarben bestehen aus feinsten Pigmenten und Gummi arabicum als Bindemittel. Das Bindemittel löst sich in Wasser. Die Pigmente werden beweglich. Der Pinsel trägt sie auf das Papier. Nach dem Trocknen hält das Bindemittel die Pigmente wieder fest.

Der große Unterschied zu Öl oder Acryl. Aquarellfarben sind transparent. Sie lassen den weißen Untergrund durchscheinen. Ein echtes Aquarellbild lebt vom weißen Papier. Weiß entsteht nicht durch Farbe sondern durch die freie Fläche. Ein Aquarellbild ist immer ein Unikat. Selbst wenn ein Künstler dasselbe Motiv zweimal malt. Wasser und Zufall arbeiten mit. Das ist der Kern der Faszination.

Wer tiefer in die Technik einsteigen will schaut in meinen Grundlagenartikel Aquarellmalerei.

Was macht ein gutes Aquarellbild aus

Fünf Kriterien unterscheiden ein gelungenes Aquarellbild von einem beliebigen. Wer diese kennt kann Werke besser einschätzen.

Kriterium 1. Komposition. Die Aufteilung des Bildes muss stimmen. Der Blick des Betrachters soll geführt werden. Ein zentrales Motiv braucht Raum. Zu volle Bilder wirken unruhig. Zu leere wirken beliebig.

Kriterium 2. Farbharmonie. Die Farben müssen zueinander passen. Ein guter Aquarellist mischt selten mehr als drei bis vier Grundtöne in einem Bild. Zu viele Farben ergeben ein trübes Ergebnis.

Kriterium 3. Wassertechnik. Ein echtes Aquarellbild zeigt die typischen Merkmale. Weiche Übergänge durch nass in nass. Klare Konturen durch nass auf trocken. Textur durch den Trockenpinsel. Wer die Technik nicht beherrscht produziert flache Bilder.

Kriterium 4. Papierqualität. Ein gutes Aquarellbild braucht ein gutes Trägermaterial. Baumwollpapier mit 300 Gramm pro Quadratmeter ist der Standard bei Künstlerwerken. Es reagiert perfekt auf Wasser. Und es hält viele Jahrzehnte ohne zu vergilben.

Kriterium 5. Bildaussage. Ein technisch perfektes Bild ohne Aussage bleibt kalt. Ein gutes Aquarell erzählt eine Geschichte. Es transportiert eine Stimmung. Ein Sonnenuntergang der berührt. Ein Portrait das zum Nachdenken bringt. Erst die Aussage macht aus Technik Kunst.

Original oder Druck woran erkennst du den Unterschied

Viele Angebote im Netz nennen sich Aquarellbild sind aber Drucke von echten Aquarellen. Der Unterschied ist wichtig. Und er lässt sich mit ein paar Kniffen leicht erkennen.

Die Papierstruktur. Ein echtes Aquarellbild ist auf strukturiertem Aquarellpapier gemalt. Du siehst und fühlst die Papieroberfläche. Ein Druck sitzt meistens auf glattem Fotopapier oder feiner Zellulose. Die Oberfläche wirkt gleichmäßig glatt.

Die Signatur. Ein echtes Werk trägt eine handschriftliche Signatur des Künstlers. Meist unten rechts oder unten links. Bei Drucken ist die Signatur oft mit dem Bild mitgedruckt. Nur bei hochwertigen limitierten Drucken signiert der Künstler nachträglich.

Die Pinselspuren. Bei einem Original siehst du kleine Erhebungen der Farbe. Die Farbe liegt nicht komplett flach. Ein Druck ist absolut glatt. Wer mit einer Lupe schaut sieht bei Drucken oft ein feines Punkteraster. Bei einem Original nie.

Die Farbtiefe. Aquarellfarbe hat eine besondere Transparenz. Die verschiedenen Schichten scheinen übereinander. Ein Druck simuliert das nur. Bei genauem Hinsehen wirken die Farben flacher als beim Original.

Der Preis. Ein handgemaltes Original von einem professionellen Künstler kostet meistens ab 100 Euro aufwärts. Kleinere Bilder von Hobbykünstlern gibt es ab etwa 50 Euro. Alles unter 30 Euro ist meist ein Druck. Auch wenn er als Aquarellbild angeboten wird.

Berühmte Aquarellbilder der Kunstgeschichte

Die Aquarellmalerei hat einige Meisterwerke hervorgebracht die bis heute in Museen zu sehen sind. Ein kurzer Überblick.

Albrecht Dürer. Sein Feldhase von 1502 ist wohl das berühmteste frühe Aquarellbild. Es hängt in der Albertina in Wien. Dürer zeigte damit dass Aquarell nicht nur Vorstudie sein muss sondern eigenständiges Kunstwerk sein kann. Auch sein Rasenstück von 1503 aus der Sammlung der Albertina ist ein Meilenstein der frühen Naturbeobachtung.

William Turner. Der englische Landschaftsmaler schuf hunderte Aquarelle. Vor allem seine Meeresstücke und Sonnenaufgänge. Viele davon hängen in der Tate Britain in London. Turner nutzte Aquarell wie kein anderer als Träger von Licht und Stimmung.

Paul Cézanne. Der französische Wegbereiter der Moderne malte in seinen späten Jahren zahlreiche Aquarelle. Vor allem Landschaften der Provence und Stillleben mit Obst. Sie zeigen wie viel weiße Fläche ein starkes Bild vertragen kann.

Emil Nolde. Der deutsche Expressionist ist berühmt für seine Blumenaquarelle in leuchtenden Farben. Viele seiner Werke sind heute im Nolde Museum in Seebüll zu sehen.

Meine Aquarellbilder in der Galerie

Ich male seit vielen Jahren Aquarellbilder als Ausgleich zu meinem Beruf als Fotograf. Meine Motive kommen oft aus meinen eigenen Fotografien. Landschaften Blumen kleine Alltagsszenen und ab und zu ein experimentelles Werk. In meiner Galerie zeige ich eine Auswahl meiner Arbeiten aus den letzten Jahren. Die Werke sind Momentaufnahmen einer langen Reise. Von den ersten unsicheren Versuchen bis zu heute. Jedes Bild erzählt eine kleine Geschichte.

Wenn du magst schau dir meine Werke in Ruhe an. Vielleicht springt dich ein Motiv an. Oder du bekommst Lust selbst zum Pinsel zu greifen. Beides ist mir recht. Zur Galerie geht es hier. Galerie meiner Aquarellbilder.

Aquarellbilder selbst malen oder kaufen

Beide Wege haben ihren Reiz. Und beide führen zu einem schönen Werk an der Wand.

Selbst malen. Der günstigste und persönlichste Weg. Du brauchst eine Grundausstattung ab 30 Euro. Und ein bisschen Übung. Nach ein paar Wochen hängt dein erstes eigenes Aquarellbild an der Wand. Wenn du komplett neu bist schau in meinen ausführlichen Guide Aquarell malen Anfänger. Für die erste Sitzung in 30 Minuten schau in Aquarell malen für Anfänger. Und wenn du gleich mit einer Vorlage starten willst greif zu meinen Aquarell malen Vorlagen.

Kaufen. Der schnellere Weg. Du hast ein fertiges Werk in wenigen Tagen. Kunsthandel Galerien Online-Marktplätze wie Etsy oder Saatchi Art und Künstlerwebseiten bieten hunderttausende Werke an. Vom kleinen Blumenaquarell für 40 Euro bis zum großen Landschaftsbild für mehrere Tausend Euro. Wichtig ist der klare Blick auf Herkunft und Qualität.

Motive für die eigene Umsetzung findest du in meiner Sammlung Aquarell malen Ideen.

Wie du ein Aquarellbild richtig aufhängst und pflegst

Ein Aquarellbild ist ein sensibles Kunstwerk. Papier reagiert auf Licht Feuchtigkeit und Temperatur. Wer diese drei Faktoren beachtet hat viele Jahrzehnte Freude an seinem Werk.

Direkte Sonne meiden. Selbst lichtechte Aquarellfarben verblassen in praller Sonne über Jahre. Häng dein Aquarellbild nie gegenüber einem Südfenster. Eine Nordwand ist ideal. Auch eine Wand ohne direkten Sonneneinfall ist gut.

Feuchtigkeit vermeiden. Aquarellbilder gehören nicht ins Badezimmer. Auch nicht in feuchte Keller. Optimal ist ein Raum mit konstanter Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Bei zu feuchter Luft können Stockflecken entstehen.

Richtige Wandhöhe. Der optische Mittelpunkt des Bildes sollte auf Augenhöhe hängen. Das sind etwa 150 bis 160 Zentimeter vom Boden. Bei größeren Werken kann der Bildmittelpunkt auch tiefer liegen.

Passepartout nutzen. Ein Passepartout aus säurefreier Pappe schafft Abstand zwischen Papier und Glas. Ohne Abstand kann das Papier am Glas kleben. Ein Passepartout hebt das Bild optisch heraus. Und schützt es vor mechanischem Druck.

Museumsglas mit UV Filter. Für wertvolle Werke lohnt sich Glas mit UV Filter. Es verhindert das Ausbleichen der Farben. Bei Standardglas ist das Bild weniger geschützt. Aber immer noch gut aufgehoben wenn du die anderen Punkte beachtest.

Aquarellbilder rahmen

Der richtige Rahmen macht viel aus. Er kann ein Bild aufwerten oder erschlagen. Drei Rahmungsvarianten haben sich bewährt.

Klassisch mit Passepartout und schmalem Rahmen. Ein cremefarbenes Passepartout mit einer Bordbreite von 6 bis 10 Zentimetern. Dazu ein dünner Holzrahmen in Nussbaum Eiche oder Weiß. Ergibt eine ruhige galerietaugliche Wirkung. Passt zu fast jedem Aquarellbild.

Modern mit Schattenfugenrahmen. Der Schattenfugenrahmen lässt das Bild schweben. Kein Passepartout. Kein Glas. Perfekt für zeitgenössische Werke und moderne Wohnungen. Voraussetzung ist ein sehr gut gearbeitetes Bild ohne Wellen. Beachte dass Aquarell ohne Glas empfindlicher gegen Staub und Luftfeuchtigkeit bleibt.

DIY mit Bilderleiste. Für den kleinen Geldbeutel oder für wechselnde Werke gibt es die Bilderleiste zum Klemmen. Zwei schmale Holzleisten oben und unten. Das Werk wird eingeschoben. Kein Glasschutz aber viel Charme. Ideal für Skizzen und schnell wechselnde Motive.

Mein Tipp. Bei einem ersten wertvollen Aquarellbild leiste dir die klassische Rahmung. Ein guter Rahmen hält länger als das Bild selbst.

Aquarellbilder kaufen worauf du achten solltest

Wenn du ein Aquarellbild kaufen möchtest gibt es klare Prüfpunkte. Diese schützen dich vor Enttäuschungen.

Original oder Druck. Frag immer nach. Ein seriöser Anbieter sagt klar was er verkauft. Der Preisunterschied ist enorm. Ein Original ab 100 Euro. Ein hochwertiger Druck ab 20 Euro. Beide haben ihren Wert. Nur die Erwartung muss stimmen.

Signatur und Herkunft. Bei einem Original erwartest du eine Signatur des Künstlers. Frag nach einem Werksverzeichnis oder einem Zertifikat. Bei bekannten Künstlern ist das üblich. Bei Hobbykünstlern reicht oft ein signiertes Foto oder eine Rechnung mit Werktitel.

Papierqualität. Frag welches Papier genutzt wurde. Ein professionelles Aquarellbild ist auf Baumwollpapier mit 300 Gramm pro Quadratmeter gemalt. Bekannte Marken sind Arches Hahnemühle oder Saunders Waterford. Diese Papiere sind archivbeständig.

Preisrahmen. Kleine Werke von Nachwuchskünstlern gibt es ab 50 Euro. Werke etablierter Künstler starten bei 500 Euro. Ein realistischer Rahmen liegt zwischen 50 und 5000 Euro. Museumsstücke oder historische Aquarelle können deutlich darüber liegen. Wichtig ist der eigene Bezug zum Bild. Ein Werk das dich jeden Morgen ansprechen soll ist mehr wert als eines das nur als Wertanlage dient. Nimm dir Zeit für die Auswahl. Ein Aquarellbild kann dich viele Jahre begleiten.

Häufige Fragen zum Aquarellbild

Wie erkenne ich ein echtes Aquarellbild?

Am besten an vier Merkmalen. Die Papierstruktur ist spürbar. Die Signatur ist handschriftlich. Die Farbe hat kleine Erhebungen. Und die Farbtiefe zeigt echte Transparenz. Ein Druck ist glatt gleichmäßig und meist mit sichtbarem Punkteraster unter einer Lupe.

Was kostet ein Aquarellbild?

Der Preisrahmen ist breit. Kleine Werke von Nachwuchskünstlern gibt es ab 50 Euro. Etablierte Künstler starten bei 500 Euro. Historische oder museumsreife Werke bewegen sich im mehrstelligen Bereich. Ein guter mittlerer Preis für ein handgemaltes Aquarell in mittlerer Größe liegt zwischen 200 und 800 Euro.

Wo kann ich Aquarellbilder kaufen?

Direkt bei Künstlerinnen und Künstlern über ihre eigenen Webseiten. Auf Online-Marktplätzen wie Etsy oder Saatchi Art. In lokalen Galerien und bei Kunstauktionen. Und auf Kunsthandwerkermärkten. Direkter Kontakt zum Künstler bringt oft die interessantesten Werke.

Wie lange hält ein Aquarellbild? 

Bei richtiger Pflege hunderte von Jahren. Aquarellbilder von Dürer aus dem 16. Jahrhundert sind heute noch gut erhalten. Voraussetzung ist gutes Papier lichtechte Farben und der Schutz vor direkter Sonne und Feuchtigkeit.

Wie schütze ich mein Aquarellbild vor Sonne?

Häng es an eine Wand ohne direkte Sonneneinstrahlung. Bevorzugt eine Nordwand. Rahme es mit Museumsglas oder Glas mit UV Filter. Und tausche das Passepartout nach einigen Jahren einmal aus um Verfärbungen an den Rändern zu vermeiden.

Welches Passepartout eignet sich für Aquarellbilder?

Ein cremefarbenes oder weißes Passepartout aus säurefreier Pappe. Die Bordbreite liegt meist zwischen 6 und 10 Zentimetern. Farbige Passepartouts sind Geschmackssache lenken aber oft vom Bild ab. Der Klassiker cremeweiß passt zu fast jedem Motiv.

Kann ich Aquarellbilder auch aufrollen und transportieren?

Ja aber vorsichtig. Roll das Bild locker mit dem Motiv nach außen. Nicht zu eng. Und immer in einer festen Papprolle mit Deckeln. Nach dem Auspacken das Bild flach unter Beschwerung liegen lassen.

Wie male ich mein eigenes Aquarellbild?

Mit einer Grundausstattung und ein wenig Übung. Wenn du komplett neu bist schau in meinen Beitrag Aquarellbilder malen. Dort erkläre ich alles Schritt für Schritt.

Dein nächster Schritt

Du weißt jetzt was ein gutes Aquarellbild ausmacht. Wie du es rahmst pflegst und aufhängst. Und woran du das Original vom Druck unterscheidest. Wenn dich diese Kunstform anspricht kannst du jetzt zwei Wege gehen. Werke anderer Aquarellisten anschauen. Oder selbst zum Pinsel greifen.

Für den ersten Weg lade ich dich ein einen Blick in meine Galerie zu werfen. Dort findest du meine eigenen Arbeiten aus den letzten Jahren.

Für den zweiten Weg findest du alles Nötige in meinen anderen Beiträgen. Von den ersten Handgriffen bis zum kompletten 30 Tage Plan. Willkommen in der Welt der Aquarellmalerei. Ein wunderbares Hobby und eine wunderbare Kunstform.

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