Aquarellpapier richtig auswählen

Aquarellpapier ist eine der wichtigsten Grundlagen für ein gelungenes Bild. Ich spüre jedes Mal eine große Vorfreude beim Blick auf das weiße Blatt. Die Struktur wartet nur auf das Wasser und die bunten Pigmente. Mit dem passenden Untergrund gelingt dir der Einstieg in dieses wunderbare Hobby ganz ohne Frust. Ich nehme dich jetzt mit in meine Welt der Farben.

Aquarellpapier
Aquarellpapier

Inhaltsverzeichnis

Warum das richtige Aquarellpapier alles verändert

Mein Start mit den falschen Materialien

Ich kaufte am Anfang einen sehr billigen Aquarellblock. Das Papier war dünn wie Druckerpapier. Ich fing an zu malen. Das Wasser zog sofort Wellen in den Bogen. Die Farbe sammelte sich in den kleinen Tälern. Das Papier weichte komplett durch. Mein Bild war am Ende zerstört. Ich war sehr verärgert. Wer billig kauft, kauft zweimal hat sich mal wieder bewahrheitet.

Das Geheimnis der leuchtenden Farben

Später kaufte ich Aquarellpapier in höherer Qualität und Papierdicke. Der Unterschied war wie Tag und Nacht. Gutes Papier saugt das Wasser gleichmäßig auf. Die Pigmente bleiben auf der Oberfläche liegen. Sie strahlen im Licht. Ein gutes Aquarell braucht genau diesen Untergrund. Erst mit dem richtigen Papier macht das Malen richtig Freude.

Die inneren Werte: Welches Material braucht dein Aquarell?

Cellulose oder Baumwolle: Meine Erfahrungen

Es gibt Papier aus Holzschliff. Das nennt man auch Cellulose. Es gibt auch Papier aus echter Baumwolle. Papier aus Cellulose ist recht günstig. Die Farbe trocknet darauf sehr schnell. Für einfache Übungen nutze ich Cellulose und bestimmte Effekte nutze ich häuft Papier aus Cellulose.

Baumwolle ist aber mein absoluter Favorit. Baumwolle saugt das Wasser perfekt auf. Das Papier bleibt sehr lange feucht. Ich kann die Farben wunderbar ineinander fließen lassen. Die Ränder werden weich und schön.

Mischpapiere für den schmalen Geldbeutel

Manchmal nutze ich auch ein Mischpapier. Es besteht aus Baumwolle und Cellulose. Dieses Papier ist ein guter Kompromiss. Es schont den Geldbeutel beim Üben. Ich teste darauf gern neue Motive. Für meine fertigen Kunstwerke nutze ich aber reine Baumwolle.

Die Grammatur: Warum die Dicke des Papiers entscheidend ist

Leichtes Papier unter 200 Gramm

Leichtes Papier ist sehr dünn. Ich nutze es fast nie für ein Aquarell. Es verträgt kaum Wasser. Es wellt sich sofort beim ersten Pinselstrich. Ich nehme dieses Papier nur für schnelle Skizzen mit dem Bleistift.

Der Standard mit 300 Gramm pro Quadratmeter

Das Gewicht von 300 Gramm ist optimal. Das ist mein Standard für die tägliche Arbeit. Dieses Papier verträgt eine gute Menge Wasser. Es bleibt meistens flach liegen. Es verzeiht auch kleine Fehler beim Farbauftrag. Ich empfehle diese Stärke jedem Anfänger.

Schweres Papier über 400 Gramm

Manchmal nutze ich extrem schweres Papier. Es ist dick wie Karton. Dieses Papier verträgt riesige Mengen Wasser. Ich male darauf sehr nasse Landschaften. Es wellt sich überhaupt nicht. Die Trocknung dauert aber sehr lange.

Die Oberfläche: Rau, matt oder satiniert?

Satiniertes Papier für feine Details

Satiniertes Papier ist ganz glatt. Ich nutze es für feine Illustrationen. Auch für botanische Bilder ist es perfekt. Der Pinsel gleitet ohne Widerstand über die Fläche. Sehr feine Linien gelingen hier mühelos. Das Wasser fließt aber manchmal unkontrolliert.

Mattes Papier (Feinkorn) für Allrounder

Mattes Papier hat eine feine Struktur. Es ist mein absoluter Allrounder im Atelier. Ich male darauf Landschaften und Blumen. Die Pigmente verteilen sich sehr gleichmäßig. Dieses Papier ist ideal für den Einstieg in dieses Hobby.

Raues Papier für lebendige Strukturen

Raues Papier hat eine grobe Körnung. Ich liebe dieses Papier für wilde Landschaften. Die Pigmente setzen sich in den kleinen Vertiefungen ab. Der Pinsel berührt nur die Spitzen der Struktur. So entstehen wunderbare Lichteffekte auf dem Bild. Das nennt man auch Granulieren.

Die Vergleichstabelle für deinen Kauf

Papiertyp (Körnung)Meine beste AnwendungVorteil für dein Aquarell
Satiniert (Glatt)Feine Details und PorträtsPerfekt für dünne Linien
Matt (Feinkorn)Landschaften und AllrounderSehr leicht zu kontrollieren
Rau (Grob)Strukturen und BergeErzeugt tolle Lichteffekte

Die Bindung des Blocks: Geleimt oder lose Blätter?

Der rundum geleimte Block gegen Wellen

Ich kaufe meistens Blöcke mit einer Rundumleimung. Die Blätter sind an allen vier Seiten fest verklebt. Das Papier spannt sich beim Trocknen von selbst wieder glatt. Nach dem Malen trenne ich das Blatt vorsichtig mit einem Messer ab. Das ist sehr praktisch für das Malen im Freien.

Lose Bögen für maximale Freiheit

Manchmal kaufe ich auch große lose Bögen. Ich schneide das Papier selbst zurecht. Vor dem Malen feuchte ich das Papier komplett an. Dann klebe ich es mit Nassklebeband auf eine Holzplatte. Das Aufspannen erfordert etwas Geduld. Das fertige Bild bleibt dafür absolut flach.

Häufige Fehler beim Kauf von Aquarellpapier vermeiden

Der Griff zum billigsten Block

Viele Anfänger wollen Geld sparen. Sie kaufen den günstigsten Block im Supermarkt. Das ist ein großer Fehler. Die Lust am Malen vergeht dadurch sehr schnell. Schlechtes Papier führt zu Frust. Investiere lieber in einen guten Block mit 300 Gramm. Dein Erfolg beim Malen wird dich belohnen.

Die falsche Lagerung meiner Papiere

Ich schütze meine Papiere sorgfältig vor Feuchtigkeit. Ich lagere die Blöcke immer flach im Schrank. Die Sonne darf nicht direkt auf das Papier scheinen. Licht kann das Papier verfärben. Feuchtigkeit zerstört die wichtige Leimung des Papiers. Gute Lagerung sichert die Qualität für viele Jahre.

Meine besten Übungen für den Start mit gutem Papier

Das Spiel mit dem nassen Untergrund

Ich feuchte das Papier zuerst mit klarem Wasser an. Das Papier glänzt nun im Licht. Jetzt nehme ich blaue Farbe auf den Pinsel. Ich tippe mit der Pinselspitze auf die nasse Fläche. Die Farbe explodiert förmlich auf dem nassen Papier. Sie breitet sich wie eine Wolke aus. Das ist die sogenannte Nass-in-Nass-Technik. Auf billigem Papier klappt diese Technik überhaupt nicht. Gutes Baumwollpapier hält das Wasser lange. So kann ich ganz ohne Eile arbeiten.

Die Kontrolle auf trockenem Papier

Für die nächste Übung bleibt das Papier komplett trocken. Ich mische mir eine kräftige rote Farbe an. Ich ziehe einen sauberen Strich mit dem Pinsel. Die Kanten der Linie bleiben messerscharf stehen. Die Farbe verläuft hier kein Stück. Das ist die Nass-on-Trocken-Technik. Ich nutze sie für den Vordergrund in meinen Bildern. Auch Schatten male ich gern auf diese Weise. Gutes Papier nimmt die Farbe sofort an. Die Linie wirkt kräftig und lebendig.

Die Leimung von Aquarellpapier und ihre Wirkung

Was bedeutet die Leimung im Papier?

Aquarellpapier wird bei der Herstellung geleimt. Der Hersteller nutzt dafür oft pflanzliche Stoffe. Die Leimung bremst das Aufsaugen des Wassers. Ohne Leimung würde das Papier die Farbe wie ein Löschblatt einsaugen. Die Farbe wäre sofort weg. Sie würde stumpf und grau aussehen.

Der Unterschied zwischen Oberflächenleimung und Kernleimung

Es gibt zwei Arten von Leimung. Manche Papiere sind nur an der Oberfläche geleimt. Die Farbe bleibt gut stehen. Man kann sie aber auch leicht wieder abwaschen. Ich nutze das gern für Korrekturen.

Teurere Papiere besitzen eine Kernleimung. Das Papier ist durch und durch geleimt. Ich kann bei diesem Papier viele Schichten übereinander malen. Die untere Schicht löst sich nicht wieder an. Das gibt meinen Bildern eine enorme Tiefe.

Meine Werkzeuge für die Papierauswahl im Laden

Der Sichttest unter der Lampe

Ich schaue mir das Papier vor dem Kauf genau an. Ich halte den Block schräg unter eine Lampe. So erkenne ich die Struktur der Oberfläche. Die Struktur muss gleichmäßig sein. Fehler im Papier verderben später den Spaß beim Farbauftrag.

Der Fühltest für die Richtige Struktur

Ich streiche im Laden sanft mit den Fingern über die Oberfläche. Spüre ich eine angenehme Textur? Billiges Papier fühlt sich oft an wie raue Pappe. Gutes Aquarellpapier fühlt sich weich und hochwertig an. Man spürt die Qualität der Baumwolle sofort.

Die richtige Pflege deines fertigen Aquarells

Der Schutz vor hellem Sonnenlicht

Mein Bild ist fertig und komplett getrocknet. Nun brauche ich den passenden Schutz für mein Werk. Aquarellfarben mögen keine dauerhafte direkte Sonne. Das UV-Licht bleicht die Pigmente mit der Zeit aus. Ich hänge meine Bilder deshalb nie direkt gegenüber von einem Südfenster auf. Ein Platz im Halbschatten schützt die Leuchtkraft für viele Jahrzehnte.

Der passende Rahmen mit Passepartout

Ich rahme meine fertigen Bilder immer mit einem säurefreien Passepartout aus Karton. Das Bild darf die Glasscheibe vom Rahmen nicht direkt berühren. Bei Feuchtigkeit im Raum könnte die Farbe sonst am Glas festkleben. Das Passepartout schafft einen kleinen Abstandhalter. Zudem sieht das Bild im Rahmen dadurch viel edler aus. Gutes Papier verdient einfach eine schöne Präsentation.

Übersicht Aquarellpapier von einigen Markenherstellern

Die Übersicht ist nicht vollständig. Seit zeigt zumindest die bekanntesten Hersteller, welche in Deutschland erhältlich sind.

Hersteller und SorteHaupt-EigenschaftMein größter VorteilMein größter Nachteil
Arches Aquarelle100% Baumwolle / Gelatine-LeimungBleibt extrem lange feucht für weiche VerläufeSehr hoher Preis für den Block
Hahnemühle ExpressionCellulose-Papier / Rein veganFarben leuchten besonders stark auf der OberflächeWasser trocknet für große Verläufe zu schnell
Hahnemühle BritanniaSehr fester und stabiler Karton / MattDas Papier bleibt bei viel Wasser absolut flachDie Farben fließen nicht ganz so weich wie auf Baumwolle
Hahnemühle TorchonExtrem grobe und wellige StrukturPerfekt für lebendige und wilde GranuliereffekteUngeeignet für feine Details oder kleine Zeichnungen
Hahnemühle The Collection100% Baumwolle / Sehr robustAbsolut geruchsneutral und extrem widerstandsfähigHöheres Preissegment für Profis
Canson MontvalGünstiges Cellulose-PapierFehler verzeihend / Farbe ist leicht abwaschbarWellt sich bei viel Wasser etwas stärker
Canson L’HéritagePremium-Baumwolle / Homogene FlächenErzeugt wunderbar gleichmäßige Farbflächen ohne FleckenNur in ausgewählten Fachgeschäften erhältlich
Fabriano Artistico100% Baumwolle / Pflanzen-LeimungStrahlendes Weiß sorgt für tolle FarbleuchtkraftOberfläche ist empfindlich bei Maskierflüssigkeit

Das eine perfekte Aquarellpapier für alle Motive und Techniken gibt es nicht. Es wird immer auf den gewünschten Effekt ankommen.

Mein Fazit zur perfekten Papierauswahl

Qualität zahlt sich immer aus

Ich habe auf meinem Weg viele Papiere getestet. Am Anfang wollte ich sparen. Das war ein großer Irrtum. Der Frust raubte mir die Kreativität. Erst mit hochwertigem Papier kam der große Durchbruch. Das Malen wurde plötzlich leicht. Die Farben machten genau das Richtige auf der Oberfläche.

Mein Rat an dich für den nächsten Einkauf

Kaufe für den Start einen kleinen Block. Wähle ein Gewicht von 300 Gramm. Achte auf die Kennzeichnung Feinkorn oder Matt. Damit machst du absolut keinen Fehler. Probiere die verschiedenen Techniken in Ruhe aus. Spüre die Freude beim Fließen der Farben. Schnapp dir deinen Pinsel und lege einfach los.

Weitere Informationen über die Aqurellmalerei:

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